Rakecy bewegt sich wieder
Brüssel und Königswartha. Rak ist vermutlich eines der ersten Worte, das auch den ersten Einwohnern Königswarthas, von Rakecy, mit freudiger Überraschung über die Lippen gekommen sein muß, als sie vor Jahrhunderten als erste Sorbische Siedler in die mit klaren Wassern und eben auch mit Flußkrebsen einst reich gesegnete Landschaft kamen. Als sie entschieden, hier ist ein guter Ort sich nieder zu lassen und diesen Ort deswegen Rakecy nannten.
Es war daher kein Zufall, als die ersten zaghaften Schritte unabhängigen Bürger Engagements nach der Wende auch Rückbesinnung suchten. Königswarthaer Bürger fanden sich zuerst in der Regionalen Arbeitsgruppe Königswartha, kurz „rak“, zusammen. Die rak positionierte erfolgreich Alternativen zu den Umwelt- und auch Arbeitsplätze vernichtenden Plänen für einen veralteten Munitionsverbrennungsofen.
1992 gab es ja noch keinen erkennbaren Grünen Politiker in Königswartha. Das hat sich nun mit der politschen Arbeit der Königswarthaerin Annemarie Rentsch geändert. Als Initiator der Regionalen Arbeitsgruppe Königswartha und als von Brüssel aus agierender Publizist freue ich mich natürlich über das Engagement der Grünen Abgeordneten Annemarie Rentsch und des neu gegründeten Königswarthaer Geschichtsverein „RAK“. Nur einige Gründe seien kurz genannt:
Die gerade von der Grünen Politik am klarsten unterstützten Umwelttechnologien haben sich inzwischen zum stärksten Wachstumsmotor der deutschen Industrie gemausert. Sie symbolisieren heute mehr als jeder andere Sektor „Made in Germany“. Jeden Tag entstehen allein bei regenerativen Energien über 80 neue Arbeitsplätze in Deutschland. So auch in einer von kanadischen Investoren in Bischofswerda eröffneten Solarfabrik. Schon jetzt arbeiten in der einst von der Kohle Lobby als „strukturschwach“ stigmatisierten Lausitz weitaus mehr Menschen im erneuerbaren Energiesektor als bei der das Klima und vor allem auch unser kostbares Grundwasser arg beutelnden, zentralistischen, Braunkohlewirtschaft.“
Rakecy, Königswartha, ist auch ein Ort selbständig denkender Köpfe; seine Vitalität aus dem dort agilen Mittelstand schöpfend. Wenn wir den natürlichen Reichtum der Region bei der Schaffung moderner Existenzgrundlagen nicht aus den Augen verlieren, können wir gemeinsam auch halbwegs gelassen in die Zukunft blicken. Annemarie Rentsch wünsche ich in diesem Sinne Erfolg und Energie!
Božemje vom Königswarthaer aus Brüssel!
Ralph Kappler (Tomaš Kappa)
